Der Fetzen

Der Fetzen

Phillipe Lancon

Am 7. Januar 2015 überlebte Philippe Lancon einen Anschlag islamistischer Attentäter auf die Redaktion der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo". Schwer verletzt und mit einem teilweise zerstörten Gesicht folgte eine lange Phase der Heilung. Eine Odyssee die Lancon mit "Der Fetzen" nun reflektiert, denn es handelt sich bei diesem Buch nicht um einen Roman, sondern den autobiographischen Bericht eines Mannes, dessen Körper und Geist Unvorstellbares erlitten und dem das Schreiben eine Möglichkeit war sich wieder aus dem Abgrund zu erheben.

Fraglos eine Lektüre von beinahe unerträglicher Härte und schonungsloser Offenheit, aber eben auch voll bestechender Einsichten in vielerlei Aspekte des Lebens. Ein Buch, dass in seiner langsamen -nicht langweiligen!- Art an Thomas Manns "Der Zauberberg" erinnert, dessen Held im Sanatorium fernab der Zivilisation seine "Begriffe" neu bestimmen muss, also seine Ansichten überdenkt und damit auch den Leser dazu herausfordert! Genauso kann auch "Der Fetzen" dem Leser eine Inspiration sein; als stiller Teilnehmer einer Reise von äußerster Schwierigkeit, leidet dieser mit Lancon und bleibt dann zurück, körperlich unversehrt und doch an Erfahrungen reicher.

Menschlich, allzu menschlich!

ISBN_978-3-608-50423-1

Verlag_Tropen

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Thomas-Daniel Reichling
Rezensiert von_