Ein wenig Leben

Ein wenig Leben

Hanya Yanagihara

Beim Zuschauer "Jammern und Schaudern" zu bewirken, war im antiken Griechenland das erklärte Ziel der größten Tragödiendichter. Nach der Lektüre von darf man behaupten, dass sich Hanya Yanagihara unter den Dramatikern durchaus hätte behaupten können. Und tatsächlich sollte nicht verschwiegen werden, dass dieser Roman eine emotionale Herausforderung ist. Gleichwohl ist es genau diese Intensität der Erzählung, welche die Geschichte einzigartig und fesselnd macht.

Die vier Freunde aus New York kennen sich vom College. Das Schicksal scheint ihnen wohlgesonnen - Jude ist Anwalt, Malcolm Architekt, JB Maler und Willem Schauspieler. Sie sind erfolgreich, sozial gut integriert und von größeren Katastrophen verschont geblieben zu sein. Doch der erste Blick trügt und schon bald entfaltet sich die Geschichte und entblößt Geheimnisse und Traumata, die hinter der Fassade lauern. Vor allem Judes Leben offenbart finstere Momente - seine Vergangenheit schweigt nicht und öffnet längst vergessene Wunden.

Ein hochspannendes, psychologisch ausgefeiltes Buch, das den Leser unweigerlich in seinen Bann zieht während die Figuren zunehmend in einen Mahlstrom aus Misstrauen, Lügen und Leid geraten.

ISBN_978-3-492-30870-0

Verlag_Piper

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Thomas-Daniel Reichling
Rezensiert von_