Jarmy und Keila

Jarmy und Keila

Isaac Bashevis Singer

Isaac Bashevis Singer - ein Name, der bei Kennern der jüdisch-amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts für Begeisterung sorgt. Singer ist schließlich bisher der einzige jiddische Literat, der den Nobelpreis für Literatur erhalten hat. Aber auch jene - oder gerade jene! -, denen dieser große Schriftsteller bisher kein Begriff war, dürfen nun aufhorchen, denn ein lange unbekanntes Manuskript des Autoren wurde aufgestöbert: "Jarmy und Keila".

Diese titelgebenden Helden findet der Leser im Warschau des Jahres 1911. Armut, Elend & Angst sind allgegenwärtig - wie verlockend ist da der Blick nach Übersee und in die Vereingten Staaten von Amerika, die schon vielen polnischen Juden zur neuen Heimat wurden! Auch die jungen Liebenden Jarmy und Keila finden an dieser Idee gefallen, denn er als ehemaliger Häftling und sie als Prostituierte hoffen auf eine bessere Zukunft. So versuchen sie diese merkwürdige Dämmerwelt Warschaus hinter sich zu lassen, in der sie sich mit anpassungsfähigem Moral- und Rechtssinn durchzuschlagen versuchten. Doch natürlich stoßen die beiden auf Hindernisse, so leicht sollen sie nicht davonkommen...

Singer schreibt darüber mit unendlichem Feingefühl und nicht ohne einen ganz besonderen trockenen Humor. Sein simpler - aber nie plumper! - Stil macht den Roman auch in der Übersetzung zu einem leicht lesbaren Vergnügen mit dem gewissen Etwas. Ein faszinierendes Gesellschaftspanorama und ein großer Roman eines wunderbaren Erzählers, der über nicht weniger schreibt als Liebe & Hoffnung in den Verwirrungen des Menschseins.

ISBN_978-3-633-54296-3

Verlag_Jüdischer Verlag

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Thomas-Daniel Reichling
Rezensiert von_