
Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Henning Sussebach
25.09.2025
Der ZEIT-Redakteur Henning Sußebach hat in seinem Buch „Anna oder: Was von einem Leben bleibt“ die Geschichte seiner Urgroßmutter Anna nachgezeichnet. Es ist eine gelungene und äußerst lesenswerte Mischung aus Biografie, Sachbuch und Roman. Die Spuren von Anna sind nach nur 3 Generationen fast schon verwischt, Sußebachs Recherchen bewahren sie vor dem Versinken in die Vergangenheit. Die großen Lücken in Annas Leben füllt er mit Betrachtungen zum Alltag vor 150 Jahren, zur Weltgeschichte und zum Dorfleben in Cobbenrode im Sauerland, wohin es die junge Anna 1887 als Lehrerin verschlägt. Aus hunderten Puzzlestücken rekonstruiert er Annas Leben - einer scheinbar gewöhnlichen Frau, die ein außergewöhnliches Leben gegen viele Widerstände führte. Deren späte Ehe nach nur 90 Tagen ihr tragisches Ende fand, danach eine unkonventionelle Partnerwahl, der Aufstieg zur selbstständigen Betreiberin der Poststation des Dorfs, Wirtin und Landwirtin. Mit bewundernswerter Widerstandskraft und Selbstermächtigung erreicht Anna als Frau mit wenigen Rechten Erstaunliches – weil sie anpackt und handelt. Sußebachs Buch ist eine wundervolle Annäherung an die Vorfahren, ohne deren Entscheidungen und Mut es uns nicht gäbe und zugleich eine Einladung an uns, in der eigenen Familiengeschichte nach einer „Anna“ zu suchen.
ISBN_9783406836268
Verlag_C.H.Beck
