Botanik des Wahnsinns

Botanik des Wahnsinns

Leon Engler

08.09.2025

"Die Psychiatrie ist kein Ort für gesellschaftliche Fragen. Es geht ums Individuum, sein krummes Gehirn, seine kaputte Chemie, seine seltsamen Kognitionen, sein falsches Verhalten, seine schreckliche Kindheit. Wir passen die Menschen an die Welt da draußen an - oder behalten sie hier."

Botanik des Wahnsinns ist eine eindringliche Spurensuche durch eine Familiengeschichte, die stets im Schatten seelischer Gesundheit stattfand. Der Erzähler durchwandert diese und erstellt dabei die titelgebende "Botanik des Wahnsinns", immer in Erwartung, die psychischen Abweichungen bei sich selbst zu wiederzufinden.

Geprägt von dieser Furcht, flieht er ins Ausland — nach New York, Paris, Wien — nur um schließlich als Psychologe in einer psychiatrischen Klinik zu landen: genau da, wo er nie hinwollte. Dort, im klinischen Alltag, lernt er aber, dass ein Mensch mehr ist als seine Diagnose, und dass Zuhören oft mehr zählt als Diagnostizieren.

Englers Sprache ist klar und präzise, und betont dessen Intention: Psychische Verstörungen sprachlich zu erfassen, sie greifbar zu machen. Eine Katalogisierung in naturwissenschaftlicher Manier, in der Hoffnung, den Schrecken zu nehmen und einen besseren Umgang zu finden.

Am Ende steht die Erkenntnis: Niemand ist allein mit seiner Krankheit. Anerkennung des Schmerzes, Empathie und Selbstakzeptanz sind Lichtpunkte – und vielleicht auch ein Akt der Versöhnung mit sich selbst.

ISBN_978-3-7558-0053-8

Verlag_DuMont Buchverlag

_jetzt bestellen