Cyberpunk

Cyberpunk

Asma Mhalla

20.07.2026

"Dieses Jahrhundert verbietet uns das Denken nicht. Es hält uns dermaßen beschäftigt, dass wir das Denken verlernen."

Ein Text, den man nur mit der größten Bestürzung lesen kann, der auf konzise und elegante Weise darlegt, was im 21. Jahrhundert auf dem Spiel steht.

Asma Mhalla beschreibt darin, wie unsere Zukunft droht, von einem zweiköpfigen Leviathan – neo-faschistisch und hypertechnologisch – zermalmt zu werden. Ausgehend vom Beispiel der USA veranschaulicht die französische Politikwissenschaftlerin, wie sich dort ein gefährliches Bündnis von Politik und Technologie etabliert hat und die Grundfesten von Demokratie und Humanismus erschüttert.

Die "Tech-Bros" um Peter Thiel träumen von der absoluten technologischen Akzeleration des Lebens und sich selbst als herrschende Klasse des neofeudalistischen Systems, das daraus hervorgehen soll. Sie streben eine "dunkle Aufklärung" (Nick Land) und damit die Negation jener revolutionären Errungenschaften (Vernunft, Freiheit, Gleichheit, Toleranz usw.) des 18. Jahrhunderts an. Dabei mit im Boot: ein US-amerikanischer Präsident der instinktiv die Wahrheit als Korrektiv vernichtet und dessen Gier nach Geld und Macht bestimmender Kern seines Wesens ist. Dazwischen Menschen und Bürger, die ihre Autonomie der ständigen Manipulation durch die infiniten Dopaminkicks der Social-Media-Plattformen und dem Mahlstrom "alternativer Wahrheiten" opfern – eine Lobotomie durch Algorithmen.

Unsere Zukunft bewegt sich laut Asma Mhalla auf Szenarien zu, die bereits in den bahnbrechenden dystopischen Science-Fiction-Romanen wie Bladerunner oder Neuromancer beschrieben wurden: postapokalyptische Welten, die nach der völligen Ausbeutung der Ressourcen und zusammengebrochener Ökosysteme nur noch für das Elend der Ärmsten herhalten, während die Konzern-Eliten sich auf fremde Planeten flüchten. Dazu eine übermächtige Technologie und artifizielle Intelligenz, die als Werkzeug tyrannischer Herrschaft missbraucht wird und jeden Widerstand unterdrückt – bis hin zum Denken selbst. Ja, das klingt im ersten Ansatz vielleicht übertrieben oder hysterisch, aber nach der Lektüre kann man die Parallelen zu den Entwicklungen in unserer Lebenswelt nicht mehr leugnen.

Hoffnung gibt es laut Mhalla noch, aber die Uhr tickt. Das vorliegende Buch ist ein Weckruf – man kann nur hoffen, dass er gehört wird.

ISBN_978-3-406-85312-8

Verlag_C.H. Beck

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