
Die Briefträgerin
Francesca Giannone
20.05.2026
Anna Allavena war die erste Postbotin Italiens. Ihre Urenkelin Francesca Giannone erzählt in diesem Roman ihre bewegende Geschichte – und zieht die Leserinnen und Leser von der ersten Seite an mitten hinein in den Strudel der Ereignisse. Anna, eine fortschrittliche Norditalienerin, zieht 1932 nach der Hochzeit mit ihrem Mann Carlo in dessen Heimatdorf nach Apulien. Ein kleiner Ort, in dem jeder jeden kennt, alle miteinander verbandelt sind und ungeschriebene Gesetze gelten. Doch Anna kümmert sich wenig um Konventionen. Gegen den Widerstand ihres Mannes und gegen die Erwartungen der Dorfgemeinschaft wird sie Briefträgerin. Durch ihre Arbeit und das Vorlesen von Briefen erhält sie tiefe Einblicke in das Leben der Menschen, denn viele Dorfbewohner können nicht lesen. Anna aber liebt Bücher und das geschriebene Wort – ebenso wie Carlos Bruder Antonio. Es ist nicht die einzige Leidenschaft, die die beiden miteinander teilen. Über mehr als drei Jahrzehnte begleitet der Roman seine Figuren. Es wird viel geliebt: erfüllt, heimlich, unglücklich und manchmal auch vergeblich. Zugleich erzählt das Buch von Emanzipation, vom Mut, den eigenen Träumen zu folgen, von verpassten Gelegenheiten und der Bedeutung von Familie und Freundschaft – eingebettet in die historische Kulisse Süditaliens, es wird außerdem permanent gekocht und gegessen. Mmmmhhmmm. Ich habe „Die Briefträgerin“ sehr gerne gelesen. Der Roman ist warmherzig, atmosphärisch und zutiefst menschlich – ein wundervolles Sommerbuch, in das man einfach abtauchen kann.
ISBN_978-3-442-77615-3
Verlag_btb
