Die Holländerinnen

Die Holländerinnen

Dorothee Elmiger

24.11.2025

Deutscher Buchpreis 2025, Schweizer Buchpreis 2025, Bayerischer Buchpreis 2025

"Das Donnern der weit unter ihr brechenden Wellen, das irre, tausendfach widerhallende Pfeifen und Rufen der Tiere, das laute Wuchern und Bersten der Vegetation hätten einen unüberschaubar großen, gewissermassen koordinatenlosen Raum aufgespannt, und fraglos habe sie eine Art Furcht verspürt, eine lächerliche Furcht, panisch und ehrfürchtig habe sie dagelegen in dieser pechschwarzen Nacht."

Mühelos beschwört Dorothee Elmiger die Geister von Werner Herzog und Thomas Bernhard, wenn Sie uns mit „Die Holländerinnen“ in einen erzählerischen Mahlstrom hineinlockt; tief in das Herz der Finsternis.

Behutsamen Schrittes folgt man der Erzählerin, die sich einem Theatermacher anschließt, der das Verschwinden zweier junger Holländerinnen im Urwald künstlerisch verarbeiten möchte. Es folgt ein Hinabtauchen in Erinnerungen und Fragmente – Narrativfetzen, die sich aus Gesprächen und Rückblicken speisen und eine Exkursion flankieren, die an den Ort des Verschwindens führen soll, und dabei selbst zur Grenzerfahrung wird.

In immer enger werdenden Schleifen nähert sich Elmiger dem Brennpunkt der Geschichte und verwirbelt dabei Reflexionen über Kunst und Sein mit den nackten, brutalen Wahrheiten einer unbarmherzigen Natur. Messerscharf sind Gedanken und Sprache gleichermaßen, kein Zittern oder Zögern ist zu spüren, nur absolute schriftstellerische Präzision.

Überaus dunkel ist es in diesem eindringlichen Roman, dessen Worte wie ein schwerer Regenfall über uns hereinbrechen, in einen hypnotisierenden Rhythmus aus Attacke und Rückzug verfallen und uns erschöpft zurücklassen, als hätten wir selbst nur mit Müh und Not aus existenzieller Verstörung hinausgefunden.

ISBN_9783446282988

Verlag_Hanser

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