Die letzte beste Hoffnung

Die letzte beste Hoffnung

George Packer

Oft ist die Rede vom „great american novel", jenem sehnsüchtig herbeigesehnten und doch nie ganz gelungenen Roman, der die Seele der Vereinigten Staaten von Amerika auf Papier bannt. Noch nie gehört habe ich dagegen vom "great american non-fiction book", was zugegebenermaßen auch nicht so elegant klingt. George Packer jedenfalls hätte mein Vertrauen und Fürsprechen, sollte diese Auszeichnung je zur Vergabe ausstehen.

Packer beweist auch in seinem neuen Buch Die Letzte Beste Hoffnung, warum er zu den wichtigsten US-amerikanischen Schrifstellern und Journalisten gehört; er analysiert zum Auftakt geschickt den ganzen Schlamassel, der einen unrühmlichen Höhepunkt durch den Einzug Donald Trumps in das Weiße Haus fand. Dabei zeigt er, welche grundsätzlichen – tendenziell unvereinbaren – ideologischen Strömungen sich über die Jahre in den USA manifestiert haben und zu einer derartigen Zerrüttung der Gesellschaft führten. Packer vergisst glücklicherweise nicht die titelgebende Hoffnung und zeigt, wie sich das Ganze womöglich doch noch zum Happy End wenden lässt.

Die Letzte Beste Hoffnung ist einem unübersehbar scharfsinnig und weitsichtigen Geist entsprungen, mit leichter Feder geschrieben und sorgt bei der Lektüre für Erkenntnisblitze in hoher Frequenz. Bereichernd ist es auch für weniger USA-interessierte Leser, denn viele der Entwicklungen, die das einst so glorreiche und beneidete Land nun zu einem eher mitleidig beäugten machten, finden wir in ähnlicher Art auch in anderen westlichen Industrienationen – auch in unserer eigenen.

ISBN_978-3-498-00219-0

Verlag_Rowohlt Verlag

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Thomas-Daniel Reichling
Rezensiert von_