Die Riesinnen

Die Riesinnen

Hannah Häffner

25.04.2026

Der Debutroman „Die Riesinnen“ von Hannah Häffner überraschte in diesem Frühjahr die Bücherwelt.

Es ist eine Mehr-Generationen-Saga um drei Frauen, die in einem kleinen Schwarzwalddorf schon äußerlich aus dem Rahmen fallen: Großgewachsen, schlank und mit kupferrotem Haar sind sie sichtbar anders und kaum zu übersehen, was ihr Gefühl des Nicht-Dazugehörens noch verstärkt.

Mit Wittenmoos entwirft Häffner einen Ort, der mehr ist als eine Kulisse: Er steht für Enge, Tradition, Ursprünglichkeit und Verwurzelung zugleich. Liese muss sich in einer von patriarchalen Zwängen bestimmten Welt behaupten, ihre Tochter Cora versucht auszubrechen und erfährt, dass eine Rückkehr nicht zwangsläufig Scheitern bedeutet. Erst Eva gelingt es, Wittenmoos nach ihrer Rückkehr vorbehaltlos zu lieben. Was diesen Roman besonders macht, ist weniger eine spektakuläre Handlung als vielmehr die eindringliche Art, in der Häffner die Lebensläufe erzählt, die geprägt sind von Verlust, Aufbruch, Selbstbehauptung aber auch bedingungsloser Liebe füreinander.

Mich hat die kraftvolle, poetische Sprache begeistert, in der Hannah Häffner erzählt. Die Riesinnen ist ein stilles und gewaltiges Buch über weibliche Selbstbestimmung. Über Frauen, die nicht laut rebellieren, sondern sich für etwas entscheiden und das dann gegen viele Widerstände durchziehen. Eigensinnig, stark und knorrig, wie die Gegend, aus der sie stammen und mit der sie eng verwurzelt sind.

Die Autorin Doris Knecht sagt über das Buch „Die Riesinnen saugen einen auf der ersten Seite ein, und am Ende dieses Drei-Generationen-Porträts großer Frauen wird man atemlos ausgespuckt. Wüst, wild, bewegend und voller Poesie“. Genauso habe ich es auch empfunden.

ISBN_978-3-328-60433-4

Verlag_Penguin Verlag

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