Einstein im Bade

Einstein im Bade

Daniel Mellem

09.02.2026

Im September 1920 fand tatsächlich der Kongress der "Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte" mit rund 2.600 Teilnehmern in Bad Nauheim statt. Daniel Mellem nutzt dieses historische Setting für seinen fiktiven Roman „Einstein im Bade“. Albert Einstein steht mit seiner Relativitätstheorie in der Kritik, besonders durch den Nobelpreisträger Philipp Lenard. Und ausgerechnet diese beiden Kontrahenten wohnen im Kurhotel „Rastender Kranich“. Dort läuft nichts nach Plan: Max Plancks Zimmer wird doppelt vergeben, eine Maus stiftet Unruhe und ein Wasserrohrbruch setzt dem Haus zusätzlich zu. Hoteldirektor Kleeberger, der Diskretion und Ruhe über alles schätzt, sieht dennoch eine Chance: Wenn es ihm gelingt, den Streit der Gelehrten zu befrieden, könnte sein etwas in die Jahre gekommenes Hotel endlich wieder „in aller Munde“ sein. Doch die Abgründe sind größer als erwartet und Kleeberger entgleitet zunehmend die Kontrolle über Hotel und Situation. Am Ende trifft er jedoch eine Entscheidung.... Mellem katapultiert die Leserschaft sprachlich überzeugend ins Jahr 1920. Das liest sich mit Vergnügen, weil der Roman die Schönheit der etwas altertümlichen deutschen Sprache nutzt, ohne aufgesetzt zu wirken. Alle bemühen sich, Haltung zu bewahren – und doch grummelt es gewaltig unter der Oberfläche. Als Beobachter bewegt man sich zwischen vielschichtigen Figuren in einem Kurort-Setting von vor 100 Jahren und wird Zeuge eines wissenschaftlichen Streits, bei dem es um weit mehr geht als um Physik. Unterhaltsam, eskapistisch und ein großes Lesevergnügen.

ISBN_9783036950877

Verlag_Kein & Aber

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