Es muss schreien, es muss brennen

Es muss schreien, es muss brennen

Leslie Jamison

≫Was der Künstler tut, betrifft alles, alle Tage, überall, er weckt und erläutert, bestärkt und vergrößert das Leben ringsum und bringt es zum Sprechen – lässt es schreien [...]≪ W. C. Williams

Leslie Jamison ist eine unermüdliche Erforscherin des menschlichen Seelenlebens. Geschickt findet sie Zugang zu Themen im Dunsktreis von Sehnsucht und dem Phänomen des Schauens und verfasst Texte, die leichtfüßig, überraschend und nie ohne Mehrwert für den Leser daherkommen.

In Es muss schreien, es muss brennen begeisterten mich insbesondere auch ihre Gedanken hinsichtlich des Vermögens und Unvermögens von Künstlern und Journalisten menschliche Erfahrung adäquat wiederzugeben. Darunter auch der faszinierende, titelgebende Essay zu den Versuchen des renommierten Journalisten James Agee das Leben einer bitterarmen Familie zur porträtieren; eine Aufgabe, die Agee in die Verzweiflung trieb, zerrissen zwischen seiner Rolle als Beobachter und Teilhaber, Freund und Verräter.

Ihre wunderbar klugen Essays sind eine Anstiftung zum Denken und Reflektieren, die gerade auch dadurch an Intensität gewinnt, dass Leslie Jamison in ihren hier vorgelegten Texten eine ständige Präsenz ist und damit zur Figur eines Stückes wird, bei dem sie selbst Regie führt.

ISBN_9783446267909

Verlag_Hanser berlin

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Thomas-Daniel Reichling
Rezensiert von_