Homeland Elegien

Homeland Elegien

Ayad Akhtar

Ayad Akhtars Roman Homeland Elegien ist nicht nur eine ungemein scharfsinnige und vielschichtige Auseinandersetzung mit der Lebenswirklichkeit von Muslimen in den USA, sondern auch generell ein Versuch, eine Antwort auf die Frage zu finden, was es bedeutet ein „Amerikaner“ zu sein. Irgendwo zwischen Wahrheit und Fiktion, Memoir und Analyse findet sich der Leser wieder und wird Zeuge einer raffinierten Darbietung, die es schafft, sich an etwas anzunähern, das sich zumeist der Definition entzieht: der menschlichen Existenz in einer vielgesichtigen Nation namens USA.

All dies erzählt aus der Perspektive eines US-Amerikaners mit pakistanischen Wurzeln, also eines Angehörigen einer Minderheit, die in den USA nicht nur einer mehr oder weniger kontinuierlichen Identitätskrise unterworfen, sondern insbesondere nach den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001 häufig auch einer extremen Ablehnung und gar offenen Feindschaft ausgesetzt ist. Akhtar bewältigt diese komplexen und vielfältigen Themen mit einer Virtuosität, die ebenso beeindruckend wie notwendig ist und stellt Fragen nach Zugehörigkeit und Identität. Keineswegs wird hier nur eine Opferrolle in epischer Breite durchexerziert, denn Akhtars Erzähler reflektiert kritisch und hinterfragt die Denkmuster aller Beteiligten und ihrer Kulturen.

Homeland Elegien ist ein brillianter Roman über Vorurteile und Entfremdung, Selbstbestimmtheit und den scheinbar immerwährenden Kampf, den das menschlichen Miteinander bedeutet. Eine in vielerlei Hinsicht bereichernde Lektüre!

ISBN_9783546100144

Verlag_Claassen-Verlag

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Thomas-Daniel Reichling
Rezensiert von_