Shuggie Bain

Shuggie Bain

Douglas Stuart

Ausgezeichnet mit dem Booker Prize 2020

Ein Roman, zum Bersten gefüllt mit Wut und Verzweiflung; die Geschichte des Niedergangs der Arbeiterklasse im Glasgow der 1980er. Der einzige Lichtblick: Liebe und Mut eines Sohnes, der seine Mutter zu retten versucht, eine der Verlorenen. Es ist seine Geschichte, des Jungen Hugh "Shuggie" Bain, der nie dazugehörte, von schmächtiger Gestalt, ruhig und bar jener übersteigerten Maskulinität, die von ihm erwartet wird. Doch was bedeutet diese Ideologie des Männlichen schon noch, wenn eine ganze Generation von Männern mit ihren Familien zugrunde geht, ohne Arbeit, ohne Geld, ohne Sinn.

Ein Buch, das den Leser Staub schmecken und Schläge spüren lässt, das Blut im Mund davongeschwemmt von billigem Fusel, weichgezeichnet vom Rauch der Zigaretten. Eine Welt der Hoffnungslosen, von der Politik Thatchers Verratenen, die ihre Schmerzen aneinander weiterreichen und sich letzten Endes fast immer selbst zugrunde richten, manche brutal und schnell, manche in elendiger Langsamkeit...und doch ist da dieser Junge, der es ertragen kann, die Demütigung, die Pein, die endlosen Tage und Stunden inmitten der Verzweifelten. Dieser eine Junge, dessen Liebe zu seiner Mutter ihn stärker macht als all die Anderen.

Ein herzzerreißender Roman von schonungsloser Viszeralität, der es schaffte, mich völlig in seinen Bann zu ziehen. Stuart beweist eindrucksvoll, dass Literatur gerade dann wichtig ist, wenn sie, neben dem, was die Menschen sehen wollen, auch das zeigt, was sie sehen müssen.

ISBN_978-1-5290-1928-5

Verlag_Pan Macmillan

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Thomas-Daniel Reichling
Rezensiert von_