Sweetland

Sweetland

Michael Crummey

20.02.2026

"Das Leben war am Ende nichts wert Bruchstücke von Einbildung, zusammengeflickt, um halbwegs menschlich auszusehen, wie eine aus Stöcken und Stoff gebastelte Puppe, die Krähen aus dem Garten vertreiben soll."

Auf der kleinen neufundländischen Insel Sweetland leben eine Handvoll Einheimischer – darunter nicht wenige Exzentriker – seit Generationen. Doch das fragile auf dem Fischfang erbaute Leben, ist nicht mehr tragfähig, die Fische sind verschwunden und die Menschen mit ihnen. Die Regierung plant nun eine Verbringung der verbliebenen Menschen an andere Orte, um deren Versorgung zu gewährleisten – eine üppige Kompensation winkt jenen, die dieses Angebot akzeptieren.

Der ehemalige Leuchtturmwärter, Moses Sweetland, der sein Leben zu größten Teilen auf der Insel verbracht hat, die seiner Familie den Namen gab, weigert sich. Er kennt jeden Hügel und jede Wiese auf der Insel, lebt im Einklang mit der Natur und deren Rhythmus und hat überhaupt kein Interesse daran, etwas zu ändern. Diese Haltung ist recht verhängnisvoll, denn nur, wenn alle Bewohner der Umsiedlung zustimmen, kann diese überhaupt stattfinden. Somit zieht Moses bald den Unmut seiner Mitmenschen auf sich. Als dann Druck und Drohungen zunehmen, trifft er eine folgenschwere Entscheidung.

Sweetland ist ein famoser Roman über einen verschrobenen Mann mit Haltung und dessen besondere Verbindung zu einem Ort, der im Lauf der Geschichte auf der Strecke zu bleiben droht. Crummey präsentiert keine romantische Verklärung eines rebellenhaften Lebens, vielmehr eine düster-melancholische Allegorie auf den Kampf zwischen Althergebrachtem und der Moderne. Der Roman verhandelt die dunklen Seiten und Schicksalsschläge, die der Menschen Leben auch bestimmt – insbesondere an einem solch rauen und abgelegenen Ort. Sweetland porträtiert den Widerstand eines Mannes, der seine Heimat nicht nur als bloßes schmerzhaftes Echo einer Erinnerung erhalten will.

ISBN_978-3-293-71054-2

Verlag_Unionsverlag

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