Zuflucht

Zuflucht

Garry Disher

30.03.2026

Garry Disher ist die Ikone des australischen Kriminalromans. Er schafft es immer wieder, die Konventionen des Genres aufzubrechen und außergewöhnlich einsichtige Geschichten aus den Schattenzonen des Lebens zu locken. Dishers Romane sind multidimensional und transzendieren das Kernmotiv des Krimis, den Kampf von Gut gegen Böse.

Auch in "Zuflucht" finden wir uns in einer Geschichte wieder, die es an Komplexität und schriftstellerischer Raffinesse mit einem anspruchsvollen Roman aufnehmen kann. Protagonistin Grace ist eine Betrügerin und Diebin, immer auf der Flucht, ihre rachsüchtige Vergangenheit ist ihr stets auf den Fersen. "Zuflucht" indes beginnt mit einem Hoffnungsschimmer, denn Grace hat in Adelaide Hill eventuell einen Rückzugsort gefunden, der ihr einen Moment des Friedens ermöglichen könnte. Es wäre aber kein echter Garry Disher, wenn die Verheißung von Frieden wirklich Realität würde, schnell zeigen sich Risse in der vermeintlichen Idylle.

Immer weiter tauchen wir in die Psychologie der Figuren an, die bei all ihren Unterschieden doch eines gemeinsam haben: über ihrer Existenz hängt das große Fragezeichen moralischer Ambivalenz; können Verbrechen nach Ihrer moralischen Vertretbarkeit bewertet werden? Gibt es "gute" und "schlechte" Verbrechen? Diese nicht unbedeutende Fragen stellt "Zuflucht" und berührt dabei auch Ursachen und Bedingungen von Kriminalität überhaupt, verdichtet sich zu einer mitreißenden Reise in die Unterwelt.

Disher erzählt geschickt von Schuld und Unschuld, Selbstermächtigung und dem Ringen um die Chance, dem Leben eine neue Richtung zu geben.

ISBN_978-3-293-00624-9

Verlag_Unionsverlag

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