Der Abstinent

Der Abstinent

Ian McGuire

Ian McGuire habe ich durch seinen grandiosen Roman Nordwasser (im englischen Original: The North Water) kennen und schätzen gelernt, einen literarischen Abenteuerroman, den man irgendwo im Kielwasser des legendären Moby Dick verordnen darf.

Hier soll es aber um das neue Buch des britischen Schriftstellers und Literaturwissenschaftlers gehen, das nun in deutscher Übersetzung vorliegt: Der Abstinent.

Der titelgebende Abstinentler ist James O'Connor ein in Ungnade gefallener irischer Polizist, der sich nach dem Tod seiner Frau dem Alkohol hingegeben hat und nun eine letzte Chance erhält: Er, der einst als genialer Ermittler galt, soll im englischen Manchester des Jahres 1867 gegen die irischen Unabhängigkeitskämpfer, die Fenians, und deren terroristische Aktivitäten vorgehen. Dies ist der Auftakt für einen düsteren, literarischen und hochspannenden Noir-Krimi, dem es ganz wunderbar gelingt, die rauhen und brutalen Lebensumstände jener Menschen zu zeigen, die in diesen Konflikt verwickelt waren. Doch es ist insbesondere James O'Connor, der von ganz eigenen Dämonen verfolgt und von misstrauischen englischen Kollegen beäugt in das Visier der auf Rache sinnenden Fenians gerät, und so zu einer hochinteressanten Figur wird, deren Schritte man atemlos verfolgt.

McGuire schreibt mit viel Gespür für Atmosphäre und lockt den Leser so tief hinein in die finsteren Gassen der Industriestadt, in ein erbittertes Blutvergießen zwischen Fabriken und Schlachthäusern.

ISBN_978-3-423-28272-7

Verlag_DTV

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Thomas-Daniel Reichling
Rezensiert von_