Die Elenden - Warum unsere Gesellschaft Arbeitslose verachtet und sie dennoch braucht

Die Elenden - Warum unsere Gesellschaft Arbeitslose verachtet und sie dennoch braucht

Anna Mayr

Was es bedeutet, aus der Gruppe der "normalen" Arbeitenden ausgeschlossen zu sein, wie es sich anfühlt, wenn in Talkshows nur über, aber nicht mit einem geredet wird, schildert die Autorin mit deutlichen Worten. Und spricht dabei aus eigener Erfahrung, denn ihre Eltern (eine studierte Philosophin und ein gelernter Tischler) leben seit Jahrzehnten von Hartz-IV.

Wie selbstverständlich wird Arbeit als das sinnstiftende Element unserer Gesellschaft akzeptiert. "Arbeit ist das, was alles bestimmt: unsere Identität, unser Familienleben, unseren Freundeskreis und unseren Wohnort" (S.38). Solch ein Wertesystem schließt Arbeitslose automatisch aus und nutzt sie höchstens als abschreckendes Beispiel.

Unsere Gesellschaft braucht Arbeitslose? Falls Ihnen der Untertitel dieses Buches zu gewagt erscheint, dann lassen Sie sich doch von der "Zeit"-Redakteurin Anna Mayr mit diversen Argumenten vom Gegenteil überzeugen. Das sie beide Perspektiven einnehmen kann - die der wütenden Betroffenen und die der abgeklärten, wissenschaftlichen Politik-Redakteurin - macht dieses Buch meines Erachtens besonders glaubwürdig.

ISBN_978-3-446-26840-1

Verlag_Hanser Berlin

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Petra Wietkamp
Rezensiert von_