Geisterwand

Geisterwand

Sarah Moss

Mit Geisterwand ist Sarah Moss ein außergewöhnlicher, raffinierter kleiner Roman gelungen, der durch seine Vehemenz und Eindringlichkeit im Gedächtnis bleibt. Die schottische Autorin erzählt darin die Geschichte des Mädchens Silvie, welches mitsamt ihrer Eltern zum Teil einer sommerlichen Exkursion in die Wälder Northumberlands wird. Ziel ist, dort mittels "gelebter Archäologie" ein besseres Verständnis für die Lebenswirklichkeit der Menschen aus der Eisenzeit zu gewinnen.

Was als harmloses Abenteuer beginnt, steigert sich unter dem Einfluss von Silvies tyrannischem Vater, der das Unterfangen mit einer Ernsthaftigkeit überwacht, die schnell groteske Züge annimmt, zu einem nervenaufreibenden Kammerspiel in den Wäldern. Während sich die Hierarchie der Geschlechter zunehmend den primitiven Vorbildern angleicht, steigt auch die Bereitschaft zu Gewalt.

Gebannt verfolgt der Leser die bedrohliche Stimmung, die sich nebelgleich über dem Wald und den Exkursionteilnehmern ausbreitet. Geisterwand wird so zur fesselnden und nervenaufreibenden Lektüre, die wichtige Themen transportiert und deren Zeitlosigkeit unterstreicht.

ISBN_978-3-8270-1413-9

Verlag_Berlin-Verlag

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Thomas-Daniel Reichling
Rezensiert von_